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Wikipedia gibt nach

16. November 2008

Wikipedia ist geschlossen

 

Der Linken-Bundestagsabgeordnete und frühere Stasi-Mitarbeiter Lutz Heilmann hat Wikipedia durch einen Gerichtsbeschluss sperren lassen. Das Landgericht Lübeck habe per einstweiliger Verfügung vom 13. November vorerst verboten, wikipedia.de auf die Internetadresse wikipedia.org weiterzuleiten.

 

Dies teilte der Verein Wikimedia Deutschland am Samstag mit. Heilmann ließ Wikipedia sperren, weil seiner Ansicht nach Unwahrheiten über dessen Person in einem Wikipedia-Artikel veröffentlicht wurden.

Obwohl Wikipedia unter unter wikipedia.de nicht erreicht ist, so haben Interessenten weiterhin einen Zugang über wikipedia.org.

 

Heilmann erklärte am Sonntag, die von ihm monierten Behauptungen seien inzwischen entfernt worden und die Seite wikipedia.de könne wieder freigeschaltet werden. Am Nachmittag war die Seite allerdings noch gesperrt. Seit längerem steht Heilmann in der Kritik, weil er von 1985 bis Januar 1990 in der Abteilung Personenschutz der Staatssicherheit der DDR arbeitete. Heilmann (42) wurde in Sachsen geboren und zog 2005  über die Landesliste Schleswig-Holstein für die heutige Linke in den Bundestag ein. Nach einem Bericht von Spiegel online waren vier Passagen in dem Wikipedia-Eintrag Hintergrund der Verfügung des Gerichts. Sie beträfen im Wesentlichen den beruflichen und politischen Werdegang des Politikers, berichtete Spiegel online unter Berufung auf Thorsten Feldmann, Anwalt der Berliner Kanzlei JBB, die den Verein Wikimedia vertritt.

Nach der Sperrung der Internet-Adresse erzielte der deutsche Förderverein Wikimedia einen Spendenrekord. Während sonst durchschnittlich 3.000 Euro pro Tag an Spenden eingenommen werden, schnellte am Samstag das Spendenvolumen auf über 16.000 Euro hoch. Viele der Spender protestierten damit offenbar gegen die Blockade der Seite. Die Hälfte der Spenden wird von den regionalen Organisationen für lokale Zwecke verwendet, die andere Hälfte geht in Absprache mit der Wikimedia Foundation an überregionale Projekte.

Quelle: dpa


 

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